Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai und des 20-jährigen Bestehens des Heimaufenthaltsgesetzes veranstaltete der Landesverband Heim- und Pflegeleitungen Vorarlbergs ein hochkarätig besetztes Symposium. Ziel war es, gemeinsam auf die Entwicklungen rund um freiheitsbeschränkende Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen zurückzublicken und Impulse für die Zukunft zu setzen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Fachvortrag vor 80 Zuschauern von Dr. Christian Gepart, Rechtsanwalt aus Wien, der die rechtlichen Rahmenbedingungen freiheitsbeschränkender Maßnahmen beleuchtete. Im Anschluss diskutierten Expertinnen und Experten im Rahmen einer sogenannten „Fishbowl“-Runde unter Leitung von Jana Antony: Mit dabei waren unter anderem die Leiterin der Bewohnervertretung Mag. Regina Anhaus, die Sachverständige Manuela Koch, Psychiater Dr. Wolfgang Beraus, Landesrätin Martina Rüscher sowie Gerd Schlegel und Simone Fleisch für die Vorarlberger Pflegeheime.
Ein zentrales Thema der Diskussion war das in den letzten Jahren gestiegene Unsicherheitsgefühl innerhalb der Berufsgruppen. Die Teilnehmenden waren sich einig: Es braucht wieder mehr Vertrauen – in die Pflegepraxis, in die rechtlichen Abläufe und vor allem in die Zusammenarbeit mit Angehörigen und allen beteiligten Akteuren.
Besonders betont wurde die Bedeutung kontinuierlicher Schulung der Mitarbeitenden sowie regelmäßiger, wertschätzender Kommunikation – sowohl im Team als auch mit Bewohnerinnen, Bewohnern, Angehörigen und Ärztinnen und Ärzten. Rundgespräche in den Einrichtungen sollen den offenen Austausch fördern.
Ein weiterer Fokus lag auf der ordnungsgemäßen, sachlichen und objektiven Dokumentation. Denn oft scheitern Maßnahmen an formalen Fehlern. Klar wurde: Freiheitsbeschränkende Maßnahmen müssen sorgfältig begründet, regelmäßig überprüft und durch den Einsatz gelinderer Alternativen ergänzt werden – was ebenfalls nachvollziehbar dokumentiert werden muss.
Der Tenor des Symposiums war eindeutig: Nur durch interdisziplinäre, nachhaltige Kooperation, offenen Dialog und fundiertes Wissen lässt sich eine Pflegekultur gestalten, die rechtssicher ist und gleichzeitig den Schutz und die Würde der Bewohnerinnen und Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
Die von allen Seiten als sehr gelungen empfundene Veranstaltung wird im nächsten Jahr sicherlich eine Fortsetzung erfahren.