Tagung 2. Juli 2026

Im Rahmen unserer Tagung am 2. Juli 2026 stellte Philipp Lizat von der Fachhochschule Vorarlberg das Interreg-Projekt ADOPI vor. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Entwicklung einer KI-gestützten Pflegeplanungsassistenz (PPA), die Pflegefachpersonen bei der Erstellung von Pflegeplanungen unterstützt und so zu einer effizienteren und qualitativ hochwertigen Pflegedokumentation beitragen soll.
Das Projekt ADOPI verfolgt das Ziel, digitale Lösungen für die Pflegedokumentation zu entwickeln, ohne dabei die fachliche Verantwortung der Pflegekräfte zu ersetzen. Die Pflegeplanungsassistenz analysiert Assessmentdaten und schlägt passende Pflegediagnosen vor. Dabei werden die Vorschläge mit Begründungen und Quellen hinterlegt. Die Entscheidung über die tatsächliche Pflegeplanung bleibt jederzeit bei der Pflegefachperson. Besonderes Augenmerk wird auf Datenschutz gelegt: Die Anwendung arbeitet lokal und ohne Cloud-Anbindung.
Im Vortrag wurden außerdem erste Ergebnisse aus dem Projekt präsentiert. Der funktionsfähige Prototyp befindet sich bereits in der Erprobung. Nach internen Tests wird die Pflegeplanungsassistenz derzeit gemeinsam mit Pflegefachpersonen anhand anonymisierter Praxisfälle getestet. Erste Rückmeldungen bewerten die Vorschläge als plausibel und hilfreich. In den kommenden Feldtests soll untersucht werden, in welchem Ausmaß sich die Pflegeplanung tatsächlich beschleunigen lässt und welchen praktischen Nutzen die Assistenz im Pflegealltag bietet.
An den Vortrag schloss sich eine angeregte Gesprächsrunde mit den Projektpartnern und den Teilnehmenden der Tagung an. Diskutiert wurden insbesondere die Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Langzeitpflege, die Bedeutung einer nachvollziehbaren und datenschutzkonformen Umsetzung sowie die Frage, wie digitale Assistenzsysteme Pflegefachpersonen entlasten können, ohne deren fachliche Entscheidungsverantwortung einzuschränken.
Der Austausch zeigte deutlich, dass innovative digitale Werkzeuge großes Potenzial besitzen, wenn sie konsequent an den Bedürfnissen der Praxis entwickelt werden. Das Projekt ADOPI liefert hierfür einen vielversprechenden Ansatz und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der digitalen Pflegedokumentation.